Ich hab nach langer, langer Zeit, mal wieder Lust, mich mitzuteilen. Der Anlass? Frust, körperliche Grausamkeit und der inneren Drang, jemanden Fussnägel ins Müsli zu mischen!

Schon lange war ich nicht mehr so sternhagelsauer wie bei meinem gestrigen Friseurbesuch.

Fangen wir positiv gelaunt am Mittwoch an. Die quartalsmässig fällige Haarverlängerung bei HAARJÄGER verläuft reibungslos: mega Qualität, super Service, inklusive Lachflash und Unterhaltung retten meinen Lebensabend. Zumindest für geschlagene 12 Stunden!

Keine Ahnung, welche Denkwehe einsetzt, das ohnehin perfekte Ergebnis zu optimieren. Mein geistiger Rülpser heisst “Ombre“! Also auf zum nächsten Schädelgärtner, der Empfehlung einer eigentlich guten Freundin.

Der im Ansatz unsympathischen Inhaberin des Salönchens zeige ich ein Foto vom gewünschten Haardesign. In unserer netten Kennenlernphase wird dieses mit einem genervten Augenrollen kommentiert. Wie komme ich eigentlich auf die Idee, genaue Vorstellungen zu haben, was ich will? Trotz meiner unverschämten Bitte darf ich meinen Termin wahrnehmen und mich setzen.

Geduldig lasse ich mir Strähnen einfärben. Schon nach 5 Minuten tackern sich 100 Fragezeichen in mein Schwachstrom- Hirn. Wieso blondiert die mir eigentlich ab Oberkante meine Haare? Welchen Teil von Ombre versteht die nicht?

Meine Zwischenfrage zur Prozedur wird einfühlsam wie ein Flugzeugträger mit der Aussage: “Das ist Chemie! Ihr habt alle keine Ahnung.“ beantwortet. Achso, stimmt- ich bin mit der Wurstpelle durch’s Abitur geschwommen. Um noch einen hinterherzuschieben, muss das Telefonbuchgesicht mir mitteilen, dass auch die Arbeit vom Vortag nicht gerade “the yellow from the egg“ ist. Die selbsternannte Primadonna unter den Frisenlegern macht sich gerade so sympathisch wie ’ne Lungenentzündung!

Während die Farbe sich geschlagene 40 Minuten in meine Haare frisst, habe ich schon mehr Angst vor dem Ergebnis als Vaterlandsliebe.

Voilá, Folie runter, Haare angetrocknet und da ist es: fröhliche Schmuddeltöne von urinblond, über orange bis hin zu durchfallbraun. Ich sehe aus wie ein Murmeltier, dem man mit Farbeimern auf den Kopf gekackt hat!!!

Die Krönung: “Schön, oder? Wie gefällt’s Dir?“- während ich da sitze und nicht weiss, ob ich lachen oder weinen soll. Wenn Arschkartenziehen Lotto wäre, wäre ich gerade Millionär geworden.

Keine Sorge….es geht weiter!

 

Wunschdenken

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Nachdem ich also, den Tränen nahe, bemerke, dass das Ergebnis fern meiner Wunschvorstellung ist, bekomme ich meine erste tödliche Blick- Abmahnung.

Ganz vorsichtig und höflich, nun mit ’ner Ladung Pipi in den Augen, versuche ich, die Situation zu retten. Kann man das reparieren? Mit grosser Gönnergeste wird mir der nächste Container Farbe ins Haar geklatscht. Frage: “Was machen wir hier gerade?“ Antwort: “Chemie! Da gibt’s nichts zu erklären!“ Der Wortschatz passt in diesem Salon auf eine Fahrkarte! Fragen sind nicht erlaubt, Kommunikation ist überbewertet. Der Blick ‚Was kann ich heute gegen dich tun?‘ spricht Bände.

Gut, nach 4 Stunden sehe ich im Ansatz aus wie vor 6 Stunden. Völlig erschöpft, genervt und wehrlos ergebe ich mich dem abschliessenden Cut.

Tja, und da wird nochmal ordentlich nach- und reingehackt. Normale Friseure wissen, dass man Extensions mit einem Messer schneidet. Frau Schlaumeyer hat davon selbstredend nichts gehört und ihre eigene Schnittweisheit. Leider stehe ich nach einem gefühlten halben Jahrhundert völlig resigniert da und lasse das Elend über mich ergehen.

So ist das Leben; mal ist man Hund, mal ist man der Baum.

Sauer wie ein eingelegter Hering, aber endlich für den Abgang bereit, möchte ich zahlen.

220,00 Euro!!! Für 4 Stunden Sitzfleisch, qualitativ unterirdische Arbeit, unangenehme, unfreundliche Atmosphäre und einem Ergebnis, das so hässlich ist wie ein Entwicklungsland!

Heute, 24 Stunden später, ärgere ich mich über meine geistige Starre, willenlos geblecht zu haben. Mein Kopf war in diesem Moment leider so leer wie die Trophäenvitrine der Holländer.

Meine Intuition hat mir von Anfang an gesagt, dass die Chemie nicht stimmt. Selbst als Laie, mit absoluter Ahnungslosigkeit, war mir bewusst, dass das nicht gutgeht.

Ich kann den Laden von der italienischen Fruppitante, in der Joachim Friedrich Strasse, keinem Menschen empfehlen! Es sei denn, Euch hat mal irgendwann jemand was Schlimmes angetan.

Da fällt mir gerade meine Freundin ein: Liebe M., warum hasst du mich?

Love, Peace & Ich

Nachabsatz: Die Welt ist wieder in Ordnung. Dank der geduldigen Nachhilfe meines absoluten Hair- Heros Nils, Haarjäger, sitzen alle Lego- Strippen wieder da, wo sie hingehören.

Geduldig hat er das dilletantische Werk der Aushilfsamöbe, die sich Frisöse nennt, ausgebessert und repariert.

Thx god, ich kann wieder normale Probleme lösen.